Donnerstag, 21. Februar 2013

Kurt Ostbahn & Die Kombo 2001 Ohjo





Genre: Austro Rock
Rate: 128 kbps CBR / 44100
Time: 00:58:18
Size: 53,29 MB

"Ohjo" – ein kurzes Wörtchen mit ungefähr 753 Bedeutungen zwischen trotzig, spöttisch, nachdrücklich und hocherfreut, je nachdem, wie und wo man es genau betont.

"Ohjo" – zugleich die erste Ostbahn-CD, die nach dem Tod Günter Brödls eingespielt und produziert wurde. Aber nicht ohne seinen Esprit.

Metaphysisch gesprochen – und das kann ja beim Kurtl zu später Stunde leicht passieren, dass er das tut – wird das lebensbejahende "Ohjo" posthum zum abgeschwächten Jain, denn angesichts des Todes des Autors dieses Wörtchens ist zugleich sein Gegenteil wahr.

Doch "Ohjo" ist nicht nur als Verabschiedung von Günter Brödl die zurückhaltendste Ostbahn-Platte bisher. Denn dass sie leiser, melodischer und weniger instrumentiert ist als bisherige CDs geht auf den bereits zu Lebzeiten nachdrücklich geäußerten Wunsch des Trainers zurück. Schließlich hatte der die Angewohnheit, oft bereits Monate vor einer Produktion Cassetten mit Musikbeispielen an die Musikanten zu verteilen, auf denen zu hören war, wie er sich die musikalische Untermalung seiner neuesten Texte vorstellte. Und der Kurt hat in seinem Leben sowieso seinen Anteil an lauter Musik schon mehr als erfüllt.

Abwechslungsreich ist sie trotzdem, und höchst gekonnt wie immer gespielt. Einmal mehr und wieder in ganz anderem Licht handelt man die klassischen Themen der Weltmusik ab. Ob ein liebeskranker Macho versucht, sich seiner Geliebten via Anrufbeantworter zu erklären oder höchst nachvollziehbar begründet wird, warum Ernst S. (38) seine Mutter Elfriede (59) erschoß; ob man erfährt, wozu mancher genau 57 Engeln braucht oder wie es, ohjo, ganz prinzipiell in der Welt zugeht und wieso man immer bei der Liebe und beim Wirten warten muss – der kundige Kurtologe erkennt sofort: das ist gereifter Ostbahn at his best.

Diesmal hat sich Kurt Ostbahn aber bemüht, die Texte genauer als sonst zu erzählen, nix zu verschummeln oder auszulassen, so wie früher manchmal, weil es sich irgendwie mit der Musik sonst nicht ausgegangen wäre. Aber da ist ja auch der Trainer immer daneben gesessen und hat seinem Miß- oder Wohlgefallen lächelnd Ausdruck verliehen.

Jetzt, wo der Ostbahn sozusagen nur mehr "halbert" ist, erweist die Kombo der fehlenden Hälfte auf ihre ganz eigene Art die Ehre: gedämpft, aber mit einer Power dahinter, die an manchen Stellen fast greifbar und schmerzhaft wird. Die Musikanten verabschieden sich, wie es sich gehört, auch mit a bissel Schmalz zu den Worten ihres Trainers vom selbigen und geben ihm mit seinem eigenen Vermächtnis ein letztes musikalisches Geleit. (Caroline Klima für Universal Music)



01 - Ohjo 05:23

02 - Host Recht 04:38

03 - 57 Engeln 04:33

04 - In Dera Bar 04:10

05 - Jetzt Is Jetzt 05:08

06 - Passn & Woatn 03:44

07 - So Vü Täg Und So Vü Nächt 03:57

08 - Da Talking Plachutta Blues 06:33

09 - Liegn Oder Knian 03:52

10 - A Batzn Hetz 03:39

11 - Folgendes 02:52

12 - So Oda So 05:55

13 - Wos Red I (Bonus) 03:54