Montag, 16. Dezember 2019

'Sir' Oliver Mally's Blues Distillery 2011 Fleeting Moments


Genre: Blues
Rate: 320 kbps CBR / 44100
Time: 00:48:47
Size: 111,73 MB

Irgendwo angesiedelt zwischen einem Lächeln und einer Träne, persönliche Studien inklusive und filmreife Textstellen wie "I believe the greatest distance / between two lover's must be time" machen die "Fleeting Moments" von "Sir" Oliver Mally zu einem echten Winner.

Und so überraschend rockig Mally im Opener "Here I am" startet, so überraschend endet es auch, nämlich mit einer Cover-Version vom Nirvana-Klassiker "Smells like Teen Spirit" mit Gastsängerin Daniela Panholzer, passend zum runden Jubiläum. Dazwischen gibt es allerlei flauschiges, grooviges, lamentierendes, cinemascopisches, wohlklingendes und kantiges. Wenn Mally in "Heading for a Fall" die Gitarrenläufe vom Stapel lässt, dann hat das sogar etwas Pink-Floyd'sches. Freilich nicht ganz so pompös und mit weniger Blasiertheit, Trara und Tamtam, dafür "rambling through this land", mit "a pistol on my lap" und "a bible in my hand". Ganz schön mutig auch sein "Sleepwalking", das erneut mit einem hervorragenden Gitarrensolo daherkommt. Ein Song mit Herzstückcharakter. Einmal mehr hervorragend eingestellt seine Blues Distillery, namentlich Martin Gasselsberger (p, org, keys, voc), Walter Kreinz (b) und Will-Lee Hackl (dr). Als zusätzliche Sänger fungieren Petra Linecker und Alex Meik, die harmonisch für eine prima Ergänzung sorgen. Was allgemein besonders wohltuend auffällt: Die sorgsame Produktion.

Ein durch und durch leiwandes Album, das übrigens Teil der zweiten Tranche der musikBOXaustria ist. (Manfred Horak)

01 - Here I Am 04:19

02 - Fleeting Moments 06:46

03 - Heading For A Fall 05:34

04 - Sleepwalking 05:20

05 - You And I 05:55

06 - Everything's Alright 04:40

07 - Stumble And Fall 04:21

08 - Life Is Precious 06:38

09 - Smells Like Teen Spirit 05:14



Freitag, 13. Dezember 2019

Georg Breinschmid 2010 Brein's World



Genre: Jazz - Wienerlied
Rate: 320 kbps CBR / 44100
Time: 02:31:56
Size: 347,80 MB

Und ewig schnalzt der Bass. Georg Breinschmid, Gorg Brein, Schorsch (manche nennen ihn lapidar und der Einfachheit halber Wunderwuzzi) kehrt mit einem Doppelpack an unkategorisierbarer Musik für die Welt zurück. It’s a Brein’s Brein’s Brein’s World mit kleinen und großen Konzertwalzern und Soul-Jazz, mit dem Brückenschlag zur alpenländisch-volksmusikalischen Tradition, mit Polka, Rap und Blues und mit jeder Menge Grooves zwischendrin und rundherum. Der Bassist und Sänger erzählt vom Hierbleiben und Wegfahren, spielt einmal Liszt („Liebestraum“), einmal Bach im 11/16 Takt, einmal ansatzweise J. Strauß („Radetzkymarsch“) und sonst nur sich selbst.

Auf dem vorliegenden Doppel-Album kommt am häufigsten sein Hauptprojekt „Brein’s Café“ mit den Janoska-Brüdern aus Bratislava zu Gehör, und es wimmelt freilich ebenfalls nur so vor illustren Gästen (wie auch bereits auf dem Vorgänger-Album „Wien bleibt Krk“). Mit dabei natürlich sein Spezi Thomas Gansch an der Trompete. Das beliebte Duo ist mit sechs Stücken zu hören, da gedeiht ein Trompetenbaumgewächs ebenso wie der Radetzkymarsch neu beatmet wird, der Blues im 5/4-Takt sich beschleunigt, ein schnelles Bassriff im „Intermezzo“ für Überraschungen sorgt, eine Fotosession musikalische Improvisation erhält („Window Serenade“) oder das „Schnucki von Heanois“ in einem wahnwitzigen Rap verewigt wird. Der nächste Party-Hit und Chart-Knüller? Das Leben will den nächsten Hit.

Aber weiter im Gästeverzeichnis. Als „ganz große Klasse“ könnte man das schweizerisch-österreichische Ensemble mit Daniel Schnyder (ss), Thomas Dobler (vib), Daniel Pezzotti (vlc) umschreiben, wenn sie nicht eh schon so hießen. Mit classXXX jedenfalls spielt der Bassist u. a. seine erste Komposition überhaupt nochmals ein („5/4“), mit Manu Delago (hang) und Andi Tausch (guit) hingegen träumt er den „Dream#71“, mit Azzi Finder (vl) und Roland Bentz (vl) wiederum macht er „Urlaub am Giatl“, einem weiteren Wienerlied von unwiderstehlich neuer Güte; und in der Sextett-Besetzung mit Clemens Salesny (sax), Horst-Michael Schaffer (trp), Robert Bachner (trb), Clemens Wenger (p), Christian Salfellner (dr) kommt schließlich der gute alte Soul-Jazz im „Oldtime Hit“ wieder zu neuen Ehren.

Dann gäbe es noch die sechs Stücke mit Sebastian Gürtler (vl) und Tommaso Huber (acc). Allen voran „Flugzeugderorist“, das anlässlich einer Security-Kontrolle am Flughafen entstand, Stichwort Handgepäck-bestimmungen und Mitnahme einer Mineralwasserflasche, aber auch das, so Breinschmid Gott sei Dank gänzlich unautobiografische, „Lied des Zwangsdenkers“, der quasi serbische „Bach 11/16“, der Konzertwalzer „Festivalse“, die urtraurige „Todespolka“, sowie das improvisierte „Wienerlied-GPS“.

Acht breingeschmiedete Kompositionen erstrahlen schließlich in der bereits erwähnten Kaffeehausbesetzung „Brein’s Café“, quasi Stammtisch, also mit Roman Janoska (vl) und Frantisek Janoska (p). Dieser Flexibelbetrieb an Trio bewegt sich dabei intuitiv und gefühlsecht zwischen Klassik, Jazz, World und Wienerlied und gibt uns so den letzten Schliff für die Schönheit, das getragene Element für das Vollkommene, die Lebenslust für einen gelungenen Tag, umgesetzt als „7/8 Landler“, „Musette #2“, „Liebestraum“, „Brein`s Knights“ u.a. Er besingt das soziale Leben am Computer („Computer-Wienerlied“) und er teilt uns sein Wissen, wann Schluss sein muss („Ma muass aufhean wanns am scheenstn is“). Ja, und einmal sitzt Breinschmid irgendwo in Kroatien alleine im „Room 422“ und pfeift sich selbst ein Liedl.

Kurzum: Ohne Breinschmid geht nix. (Manfred Horak)

CD1:

01 - 7/8 Landler 03:28

02 - Musette #2 04:17

03 - Jacaranda 03:28

04 - Computer-Wienerlied 05:06

05 - Brein's Knights 05:44

06 - Quartier Latin 06:58

07 - Liebestraum 09:24

08 - Flugzeugderorist 03:44

09 - Intermezzo 04:39

10 - 5/4 07:00

11 - Bach 11/16 03:52

12 - Tschukkn Belle 05:39

13 - Festivals 08:27

14 - Room 422 03:57


CD2:

01 - Without Me 06:41

02 - Trompetenpolka/Radetzkymarsch 07:42

03 - Schnucki Von Heanois 06:23

04 - Dark Lights 08:09

05 - Dream #71 05:14

06 - Lied Des Zwangsdenkers 03:58

07 - Petite Valse 06:14

08 - Oldtime Hit 05:45

09 - Urlaub Am Giatl 04:54

10 - Blues Five 05:28

11 - Ma Muass Aufhean Wanns Am Scheenstn Is 03:53

12 - Window Serenade 04:17

13 - Todespolka 03:00

14 - Wienerlied-GPS 04:35



Montag, 9. Dezember 2019

Stefan Sterzinger 2008 Sterzinger


Genre: Wienerlied
Rate: 239 kbps VBR / 44100
Time: 00:47:41
Size: 79,91 MB

Stefan Sterzinger hat jetzt sein erstes Album seit 16 Jahren vorgelegt – und siehe da: Es ist eine Wienerliedplatte. Angeblich hat ihm das der "Herrgott" befohlen. "Sterzinger, spü Wienerlieder – wenigstens a paar!", soll er gesagt haben. Das Soloalbum "Sterzinger" wurde nur mit Akkordeon eingespielt und klingt entsprechend karg, die Texte sind durchgehend in Moll gestimmt. Austropop ist hier ein Trennungsgrund – in einem Lied, in dem sich Sterzinger an eine Verflossene erinnert, heißt es: ",Weust ein Herz hast wie ein Bergwerk' war dein letztes Wort." (Wolfgang Kralicek - Falter)

01 - I Bin In Wien 03:41

02 - Und Irgendwann 02:10

03 - Ringlschbübsizza 02:26

04 - Allemal. Ein Liebeslied 02:55

05 - Trallalla 04:26

06 - Ich Glaub', Ich Bin Nicht Ganz Normal 03:38

07 - Und Auf Amoi 04:03

08 - Heit Bin I Ned Munta Wuan 02:23

09 - Der Schönste Mann Von Wien 03:13

10 - Ge Kum 03:11

11 - Hände Hoch 05:40

12 - Dein Ist Mein Ganzes Herz 02:28

13 - Allemal. Auch Ein Liebeslied 04:01

14 - Die Zeit Ändert Viel 03:26




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Freitag, 6. Dezember 2019

Worried Men Skiffle Group 2004 I Bin A Weh



Genre: Austro Pop
Rate: 320 kbps CBR / 44100
Time: 00:50:03
Size: 114,63 MB



01 - I Bin A Weh 02:37

02 - Da Schensde Mann Von Wien 02:58

03 - Da Mensch Is A Sau 02:06

04 - I Wü Oba I Drau Mi Ned 02:39

05 - Du Bisd Da Schensde Stern 02:49

06 - Glaubsd I Bin Bled 02:05

07 - Trottl Kannst Mi Haß'n 02:45

08 - Elisabeth 02:04

09 - Wandern Durch Den Wienerwald 02:52

10 - An Schenan Gruaß Vom Rock 'n' Roll 03:00

11 - Heasd Du Bisd Bleed 02:55

12 - Bluat Mit Bierfam Fia'n Vampir 02:09

13 - Zeitschriftenannoncen 03:57

14 - Schnucki, Ach Schnucki 02:30

15 - Oberstleutnant 02:41

16 - I Bin Der Größte 02:35

17 - Im Amt Für Teppenförderung 02:05

18 - Owa Mi Lass Bitte Heit In Rua 03:09

19 - I Bin A Wunda 02:07



Montag, 2. Dezember 2019

Harri Stojka & Gipsysoul 2005 Garude Apsa



Genre: Gypsy
Rate: 230 kbps VBR / 44100
Time: 01:03:15
Size: 120,38 MB

Dass Stojka der Kultur der Roma, der Erinnerung und der Geschichte des 20. Jahrhunderts verpflichtet ist, wird auch im Covertext explizit formuliert:

„Diese CD ist zum Gedenken an die 60-Jährige Wiederkehr der Befreiung vom Naziregime.“

Was auf diesem Album passiert, grenzt meiner Meinung nach fast an ein Wunder. Genauso überwältigend ist, wie sich traditionelle Intonation und Instrumentierung und moderne Techniken in Balance halten (das ist unter Garantie kein Remix-Album, hier ist alles echt).

Wer immer diese Musik hört, müsste ihr eigentlich sofort mit Körper und Seele verfallen sein. Hier bedient man sich keiner Klischees, verkommt nichts zur Farce, wird auch keine „world music“ konstruiert (wie man sie oft bei Kusturica findet) -es ist schlicht und einfach überwältigend, diese Menschen singen und spielen zu hören.

Ist „Togetherness“ (ein früher Titel von Don Cherry) das beste Wort, um diese Musik zu beschreiben? Bitte achten sie auf dieses Album, schenken Sie ihm Ihre Aufmerksamkeit und lassen Sie sich mit offenen Augen und Ohren auf „Garude Apsa“ ein.

Wunderschön und im höchsten Maße Menschlich.
(Skug/Noel Akchoté Ü: F. Kulcsar)

01 - Prolog--Garude Apsa 01:27

02 - Dschav Dromenca 03:20

03 - Sapeski Gili 04:49

04 - Tschirikli 02:38

05 - Sar O Kham 05:48

06 - Tscheiori 02:56

07 - Romale, Romale 05:48

08 - Bijav 03:21

09 - Pundrav O Jilo 05:54

10 - Rupuni 02:57

11 - Paramisi 05:41

12 - Kore Sam 05:21

13 - Paschal Ma 02:51

14 - Romanschago 03:17

15 - Garude Apsa--Reprise 05:41

16 - Hidden Track 01:26




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